Hofgeschichte
Der Oberbacherhof in Mühlbach/Gais ist ein Hof mit langer Geschichte und tiefen Wurzeln.
Seit dem 15. Jahrhundert besteht er und ist seither im Besitz der Familie Niederbacher. Über 15 Generationen hinweg wurde der Hof weitergegeben, von einer Hand in die nächste, stets mit großer Hingabe und harter Arbeit.
Früher spielte der Getreideanbau eine zentrale Rolle auf den Äckern des Oberbacherhofes. Die steilen Hänge wurden mühsam von Hand bearbeitet – eine körperlich anspruchsvolle Arbeit, die viel Geschick und Ausdauer erforderte. Um die schweren Lasten zu tragen und das Holz zu ziehen, standen den Bauern ihre treuen Pferde zur Seite. Sie halfen auch dabei, die Ernte von den Feldern einzubringen und erleichterten so die landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Oft musste die Ernte zudem mit sogenannten "Kraxn" eingetragen werden – speziellen Rückentragen, die das Transportieren auf den steilen Hängen ermöglichten.
Der Hof hat sich über die Jahrhunderte hinweg verändert und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst, doch eines ist immer gleichgeblieben: die enge Verbindung zwischen der Familie Niederbacher, dem Land und der Tradition der Landwirtschaft. Noch heute erzählt der Oberbacherhof von harter Arbeit, von Respekt gegenüber der Natur und von einem Erbe, das mit Stolz weitergeführt wird.
Bilder aus der guten alten Zeit.
Franz und Maria Niederbacher vor dem Oberbacherhof im Jahre 1750.



Der Oberbacherhof im Jahre 1920


Heuernte beim Oberbacherhof
Ein Bild aus dem 18. Jahrhundert veranschaulicht eindrucksvoll, wie mühsam es war, das Heu einzubringen. Die Bauern waren oft den ganzen Sommer über damit beschäftigt, das Heu von den steilen Wiesen zu sammeln und zu transportieren – eine mühsame Arbeit, die Ausdauer und Geschick erforderte.
Hofchronik:
Der Oberbacherhof in Mühlbach/Gais, der auf 1.350 Metern liegt, blickt auf eine lange Geschichte zurück, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde und immer wieder von Veränderungen und Weiterentwicklungen geprägt war. Auch im 21. Jahrhundert setzen die Nachkommen der Familie Niederbacher die Tradition fort und geben dem Hof neue Impulse.
1400: Die Anfänge:
Der Oberbacherhof wird erstmals im Jahr 1400 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war der Hof im Besitz der Familie Niederbacher, die sich als Bauernfamilie etabliert hatte. Die landwirtschaftlichen Tätigkeiten konzentrierten sich auf den Anbau von Getreide und die Viehzucht.
16. und 17. Jahrhundert: Wachstum und Tradition:
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Oberbacherhof zu einem bedeutenden landwirtschaftlichen Betrieb. Der Getreideanbau spielte nach wie vor eine zentrale Rolle. Zudem wurden die steilen Hänge rund um den Hof mit viel Mühe und Handarbeit bearbeitet. Pferde halfen dabei, die schwere Arbeit zu erleichtern, indem sie Holz zogen und das geerntete Getreide von den Feldern holten. Auch das Heu musste mühsam von Hand eingebracht werden – ein harter Job, der vor allem im Sommer viel Zeit in Anspruch nahm.
18. Jahrhundert: Die Familie wächst:
Im 18. Jahrhundert setzte sich die Tradition der Familie Niederbacher fort. Der Hof florierte weiter und das landwirtschaftliche Wissen der Familie wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Arbeit auf dem Hof war von intensiver Handarbeit geprägt. Auch in dieser Zeit wurde die Ernte oftmals mit sogenannten "Kraxn" – speziellen Rückentragen – von den steilen Feldern transportiert.
19. Jahrhundert: Modernisierung und Expansion:
Im 19. Jahrhundert begannen die Nachfahren der Familie Niederbacher, den Hof weiter auszubauen und zu modernisieren. Neue Techniken wurden eingeführt, die das Leben auf dem Hof erleichterten. Der Oberbacherhof wuchs zu einer festen Institution im Tal, und die Familie Niederbacher festigte ihren Ruf als geschätzte Landwirte.
1956: Die Bacher Alm wird erbaut
Im Jahr 1956 wurde die Bacher Alm erbaut, die bis heute ein wichtiger Teil des Oberbacherhofes ist. Jedes Jahr im Juni werden die Kühe auf die Alm getrieben, wo sich die Eltern um die Tiere kümmern. Der Almabtrieb, der jedes Jahr am zweiten Wochenende im September stattfindet, ist ein traditionelles Ereignis, das von vielen Menschen aus der Region gefeiert wird.
1979: Übergabe des Hofes an Hans Niederbacher
Im Jahr 1979 übernahm Hans Niederbacher den Oberbacherhof von seinem Vater Franz Niederbacher. Dieser Schritt markierte einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des Hofes, da Hans mit viel Engagement und modernem Denken die Tradition fortführte und den Hof in eine neue Ära führte. Im Jahr 1980 wurde die Milch erstmals an die Genossenschaft Mila geliefert – eine Tradition, die bis heute fortbesteht.
2018: Übernahme durch Angelika Niederbacher und Neuausrichtung des Hofes
Im Jahr 2018 übernahm Angelika Niederbacher den Oberbacherhof von ihren Eltern. Mit frischem Tatendrang und viel Engagement trat sie in die Fußstapfen ihrer Vorfahren und führte die Tradition der Familie fort. Gemeinsam mit ihrem Partner Ernst begann sie, den Hof und insbesondere die Felder zu optimieren. Der Fokus lag auf der Verbesserung der Arbeitsabläufe und der Optimierung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Ziel war es, das Arbeiten auf dem Hof zu erleichtern und die Arbeitsbelastung für die Familie und die Tiere zu reduzieren.
2019: Neubau des Stalles mit Laufstall für die Tiere
Im Jahr 2019 wurde ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Oberbacherhofes gesetzt: Der neue Stadl mit einem modernen Laufstall für die Tiere wurde erbaut. Der neue Stall bietet den Tieren einen wesentlich besseren Lebensraum, da sie nun mehr Bewegungsfreiheit und eine artgerechtere Haltung genießen können. Der Laufstall ermöglicht den Tieren, sich freier zu bewegen und fördert ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden.
2023: Neubau des Wohnhauses
Im Jahr 2023 wurde das Wohnhaus des Oberbacherhofes neu errichtet. Das neue Heim bietet nicht nur modernen Komfort, sondern auch eine bessere Nutzung des Platzes und eine Verbesserung der Lebensqualität für die Familie Niederbacher. Gleichzeitig entstanden auch unsere Ferienwohnungen.. Der Neubau wurde mit viel Liebe zum Detail geplant und berücksichtigt sowohl traditionelle als auch moderne Aspekte.
Die Eltern Hans und Paula Niederbacher: Das Herzstück des Hofes.
Hans und Paula Niederbacher sind das wahre Herzstück des Oberbacherhofes. Sie kümmern sich mit viel Hingabe und Liebe um die Tiere und sind eine unverzichtbare Stütze des Hofes. Besonders die Bacher Alm, die jährlich von Juni bis September zum Ziel der Kühe wird, ist ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Dort kümmern sich Hans und Paula um das Wohl der Tiere, die den Sommer auf der Alm verbringen. Ihr Einsatz, ihre Erfahrung und ihre Leidenschaft für die Landwirtschaft sind von unschätzbarem Wert und tragen wesentlich zum Erfolg des Hofes bei.
Ausblick
Der Oberbacherhof bleibt ein Ort, an dem Tradition und Innovation Hand in Hand gehen. Angelika und Ernst setzen weiterhin auf eine nachhaltige und zukunftsorientierte Bewirtschaftung des Hofes, wobei sie die Werte der Familie und die Verbindung zur Natur stets im Blick behalten. Der Oberbacherhof bleibt ein bedeutender Teil der Region und ein Symbol für die harte Arbeit und das Engagement der Familie Niederbacher.
Der Oberbacherhof im Jahre 1918


Der Oberbacherhof im Jahre 2005
Der Oberbacherhof nach dem Neubau des Wirtschaftsgebäudes 2020


